Mitten im Leben: Wie? Sie kennen das Meldegesetz nicht auswendig?

Alle paar Jubeljahre verlässt man eine Stadt für eine andere. Lässt die zu klein gewordene oder manchmal auch die durch übermäßige Fortpflanzung der Nachbarn viel zu laut gewordene alte Wohnung hinter sich. Nicht, dass man mit der logistischen Herausforderungen, der finanziellen Herausforderung der Kaution oder der organisatorischen Herausforderung des Ummeldemarathons nicht eh schon überfordert ist. Nein, das Amt stellt sich auch noch quer, wenn man sich nicht direkt in der ersten Woche ummeldet. Hmpf. Das nachfolgende Gespräch ist der O-Ton meines Besuches im Bochumer Bürgerbüro.

Ich: Guten Tag, ich bin vor nicht allzu langer Zeit umgezogen und möchte mich heute ummelden.
Die Tante vom Bürgerbüro: Achso, ja. Wann sind sie denn genau umgezogen?
Ich: Naja, Anfang April bin ich umgezogen. Den genauen Tag weiß ich nicht mehr. Ich glaube es war der 6. April.

DTVB: Hmm hmm, dann müssen Sie wohl oder übel eine Strafgebühr von zehn Euro zahlen, weil Sie sich nicht rechtzeitig bei uns gemeldet haben.
Ich: Wie bitte?
DTVB: Sie müssen eine Strafgebühr zahlen. 10 Euro.
Ich: Aber warum denn nur?
DTVB: Im Meldegesetz steht, dass Sie innerhalb von einer Woche die neue Wohnung beim Bürgerbüro ihrer Stadt anmelden müssen.
Ich: Ach, das steht da wirklich?
DTVB: Wie? Sie kennen das Meldegesetz nicht auswendig?
Ich: Ich bin mir fast sicher, dass Sie das Meldegesetz ebenso wenig auswändig können wie ich. Woher soll ich denn wissen, dass ich mich innerhalb von einer Woche anmelden muss? Das steht weder in meinem Mietvertrag noch bei Ihnen auf der Homepage.
DTVB: So etwas weiß man eben.

2 thoughts on “Mitten im Leben: Wie? Sie kennen das Meldegesetz nicht auswendig?

  1. Haben die bei bei meine Freundin auch gesagt. Da lief das Gespräch aber so ab:
    (Es war Oktober)

    „Wann sind sie umgezogen?“
    „Im August.“
    „Oh, dann müssen Sie Strafe zahlen.“
    „Ach quatsch, ich mein, letzte Woche.“
    „Na dann ist ja alles in Ordnung.“

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