Dinge, die Sie unbedingt im öffentlichen Nahverkehr im Ruhrgebiet beachten sollten

Ruhrgebiet, Zeche Zollverein, Essen, Ruhrpott
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Das Ruhrgebiet ist ein sonderbarer Ballungsraum im Westen Deutschlands, dass ich gerne mit Hilfe von soziologischen Experimenten erkunde. Das Verhalten seiner sonderbaren Bewohner lässt sich täglich in den öffentlichen Verkehrsmitteln studieren. Aber Vorsicht: Wer ihre Verhaltensmaßregeln nicht kennt, wird schnell als Ortsfremder entlarvt und in einen der zahlreichen offenen Abwasserkanäle ertränkt. Wer dies vermeiden und trotz allem das sonderbare Völkchen im Pott kennenlernen möchte, sollte folgenden Kodex beherrschen.

  1. Um sich von anderen Benutzern des öffentlichen Nahverkehrs abzuheben, empfiehlt es sich vor Benutzung ein geruchsintensives Gericht mit mindestens drei Knoblauchzehne zu konsumieren.
  2. Die Wirkung der Knoblauchzehen lässt sich durch übermäßige Schweißproduktion verstärken.
  3. Jeder mag Knoblauch: Als Zeichen der unermesslichen Freude geben Fahrgäste sogar ihre Sitzplätze an Knoblauchkonsumenten ab.
  4. Ist gerade kein Knoblauch zur Hand und alle Sitzplätze besetzt, wird dringend geraten vor Betreten des Beförderungsvehikels in Hundekot – er wird großflächig in den Innenstädten verteilt – zu treten.
  5. Da die Straßenbahnen und Busse Eigengeräusche verursachen, empfiehlt es sich stets ein paar Dezibel lauter als gewöhnlich zu sprechen.
  6. Sollte sich Ihr Gesprächspartner am Telefon dennoch über zu laute Nebengeräuche beklagen, lohnt es sich die Freisprechanlage zu betätigen und/oder ein Megaphon zur Resonanzverstärkung hinzuzuziehen.
  7. Menschen kommunizieren für ihr Leben gern und das zu jeder Tageszeit. Speziell morgens lohnt es sich seinen Sitznachbarn in ein Gespräch zu verwickeln.
  8. Die Bewohner des Ruhrgebietes sind einen schroffen Umgangston gewohnt: Bitte und Danke können daher zusammen mit dem Ticket zu Hause bleiben.
  9. Bitte besetzen Sie bei einem Doppelsitz nur den äußeren Sitzplatz. So können Sie Ihre Reisetasche oder Ihre Einkaufstüten auf dem Fensterplatz drappieren.
  10. Sollte es dennoch vorkommen, dass ein Fahrgast den Fensterplatz einfordert, empfiehlt es sich aus Gründen der Höflichkeit mit folgenden Worten zu antworten: „Entschuldigung, aber hier sitzt schon meine Tasche.“
  11. Zur Auslastung des inner- und außerstädtischen Naverkehrs sind Fahrgäste dazu angeraten mindestens zwei Einkaufstüten, besser jedoch: einen Kinderwagen oder einen Rollator, mit sich zu führen.
  12. Pünktlichkeit ist das A und O des innerstädtischen Nahverkehrs im Ruhrgebiet: Erscheinen Sie bitte pünktlich an der Haltestelle Ihrer Wahl, man weiß schließlich nie, wann die Bahn kommt.
  13. Sollte es dennoch im Fahrgebiet zu Verspätungen aufgrund von Unverhältnismäßigkeiten im Fahrablauf – der Klassiker – kommen, bedanken Sie sich bei dne Trotteln, die sich Tag ein Tag aus vor die Busse und Bahnen werfen.
  14. Bitte laden Sie die BOGESTRA-App (BGSmobil) oder die VRR App aus Ihrem Handystore herunter. Sie sehen schick aus und sind immer für einen Lacher gut, da sie nie die richtige Ankunftszeit anzeigen.
  15. Durch lautes Meckern und Fluchen über das Wetter oder die BOGESTRA kommen Sie schnell mit den Einheimischen ins Gespräch.
  16. Wer die Einheimischen noch näher kennenlernen möchte, sollte am Spieltag in Dortmund mit kompletter Schalke-Montur U-Bahn und in Gelsenkirchen in schwarzgelber Kutte Straßenbahn fahren. Es lohnt sich!
  17. Auch bei hoch frequentierten Linien mit erhöhter Fahrgastbelastung empfiehlt es sich direkt im Eingangsbereich stehenzubleiben. Das garantiert die besonders kuschelige Atmosphäre für die der Ruhrgebietsnahverkehr so bekannt ist.

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