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Great companies start with great leaders – Steve Ballmers Zeit bei Microsoft in Zitaten

„Great companies“, so der ehemalige Microsoft-Chef und Vorzeigecholeriker Steve Ballmer „start with great leaders“. Der Satz steht paradigmatisch für einen nicht unumstrittenen Mann, der von 2000 bis 2014 die Geschicke von Microsoft geleitet hat: Steve Ballmer.

Ballmer polarisiert. Seit den 80ern war er der exzentrische und laut polternde Gegenpart zum introvertierten Bill Gates. In US-amerikanischen Wirtschaftsblättchen werden Ballmers Auftritte als Happenings gefeiert. Er selbst wird zum Verkäufer der Verkäufer. Der SPIEGEL nennt ihn ein rhetorisches Genie. Doch auch seine Kritikerwerden nicht müde. Die T3N mockiert sich über den  energiegeladenen untersetzten Mann und vergleicht ihn mit einem Duracell-Hasen. Die FAZ hingegen rügt, dass mit dem Weggang von Bill Gates auch die Kreativität der Firma nachgelassen, ja, sogar das Ballmer die komplette Online-Revolution verschlafen habe. FORBES geht sogar einen Schritt weiter und betitelt Ballmer als den „schlechtesten CEO eines weltweit an der Börse gehandelten Unternehmens.“

Ballmer polarisiert, keine Frage. Aber dafür liefert er uns auch einige der lustigsten, teilweise sehr emotionalisten und bisweilen auch wirklich weltfremdesten Zitate aus der IT-Geschichte. Wohl bekomms…

 

„Great companies in the way they work, start with great leaders.“

Steve Ballmer (Online Extra: Steve Ballmer Shrugs Off The Critics on businessweek.com)

 

„Developers, developers, developers, developers, developers, developers, developers, developers, developers, developers, developers, developers, developers, developers…“

Der gewöhnliche Erdenbürger mag denken, dass das Wichtigste in einem Software-Konzern die Software ist. Weit gefehlt: es sind die Developers. Ballmer hat seine eigene Art Danke zu sagen. Er huldigt den Damen und Herren, die ihre ganze Schaffenskraft in die Entwicklung von Software stecken. Für Ballmer ist das ein religiöser Akt, den er in einer Messe zelebriert. Hier ist der Beweis:

 

„There‘s no chance that the iPhone is going to get any significant market share.“

Zumindest hier hat Steve Ballmer den Mund etwas zu voll genommen. Dieses Zitat stammt aus dem Jahr 2007, also aus dem Jahr als Apple mit dem iPhone die Smartphone-Revolution einläutete. Quelle: USA-Today

 

„I’m Going To F*king Kill Google“

Dieses Zitat ist nicht zu hundert Prozent verbrieft, aber dennoch eignet es sich bestens, um Ballmers sprachliche Raffinesse im Umgang mit Erzrivalen zu belegen. In den Nuller Jahren erlebten Apple und Google wahre Siegeszüge. Microsoft musste von seinem großen Kuchen einige saftige Stücke an die beiden Kontrahenten abgeben, was den Firmenchef in Rage gebracht hat. In diesem Zusammenhang sei auch folgendes Sagen umwogenes Zitat ins Gedächtnis gerufen:

 

„I have never, honestly, thrown a chair in my life.“

Die Techie-Küche mag Extrovertiertheit. Mit ihr lassen sich die wunderbarsten Gerüchte kochen. Das skurrilste ist das folgende. Seine Protagonisten: Ein wuentbranter Steve Ballmer und ein fliegender Stuhl. Man erzählt sich, dass Ballmer etwas cholerisch wurde, als der Techniker Mark Lucovsky ihm seine Kündigung auf den Tisch gelegt hat. Ballmer soll sogar einen Stuhl nach ihm geworfen haben. Wer weiß, was an der Geschichte dran ist… (Source)

 

„Google’s not a real company. It’s a house of cards.“

Der gleiche Zitatgeber, ein anderer ehemaliger Mitarbeiter. Und wieder Google. (Source)

 

„Linux is a cancer that attaches itself in an intellectual property sense to everything it touches.“

Doch nicht nur der Suchmaschinenriese war Ballmer ein Dorn im Auge, auch Linux bekam sein Fett weg. Und wie. Wir schreiben das Jahr 2001. Ballmer muss sich noch profilieren und teilt gerne verbal gegen Wettbewerber wie Linux aus. Was Ballmer dabei oft nicht erwähnt ist der Fakt, dass Linux Microsoft ganz und gar nicht den Markt streitig machen möchte, Linux fußt auf einem völlig anderen Geschäftsmodell. (Source)

 

„I’m not sure blogs are necessarily the best place to get a pulse on anything. People want to blog for a variety of reasons, and that may or may not be representative.“

Als die Businessweek Ballmer einmal fragte, ob er denn auch seinen Corporate-Blog Mini-Microsoft liest, entgegnete er: „I do not.“ Der nachfolgende Monolog gipfelt in die Sinnhaftigkeit von Blog (wie diesem). Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: In den nächsten Jahren wird sich eine Blogosphäre entwickeln, die den printlastigen Gatekeepern  zumindest teilweise den Rang ablaufen wird. Blogging-Plattformen wie WordPress, Blogger und Tumblr erobern das Netz und Microsoft verpennt – mal wieder – den Anschluss. source

 

„I just wanna enjoy this for a minute. Soak it in. Soak it in. You are working for the greatest company in the world.“

Aber Ballmer kann nicht nur völlig crazy sein, Ballmer ist auch ein sehr emotionaler Redner, vor allem wenn es um das größte, schönste und tollste Unternehmen der Welt geht. Source: Verge Clip Abschiedsrede von Steve Ballmer

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