wortbeitrag

Sad Desk Lunch – Die Sichtbarmachung des Mittelmäßigen

Food Porn, Selfies mit Lebensmitteln, Go Vegan – perfekt ausgeleuchtete Lebensmittel (und teilweise auch ihre Konsumenten) verkleisten in diesen Tagen die gängigen digitalen Kanäle. Egal ob auf Instagram oder Facebook, fotografiertes Essen folgt dem ästhetischen Superlativ und sieht immer aus als wurde es von einem Food Designer hergestellt. Was diese zumeist  essensbasierten Kunstwerke gemeinsam haben? Es werden nur ästhetisch hochwertige Bilder benutzt + Die Fotos folgen dem Drang nach Selbstdarstellung. In diesem Sinne: Schaut mal, was ich wieder Geiles gekocht habe (und seht wie cool und indie ich auch im Privatleben bin)?

Doch mal ehrlich: Bitte gebt mir meinen Newsfeed zurück und seid endlich mal ehrlich. Wenn diese Abbilder von ausstaffiertem Essen zu 100% den Essgewohnheiten der Gesellschaft entsprächen, hätten die bekannten Fast-Food-Tempel wie McDonald’s und Co. schon längst Pleite gemacht. Wenn der übersteigerte Ablichtungsdrang von perfekt inszeniertem Essen einem realistischen Konsum folgen würde, gäbe es im Supermarkt keine TK-Pizza mehr. Wir alle wissen, dass es noch eine andere Welt neben Food Porn gibt. Sie ist grau und trist und gehört zu dem Alltag von den meisten von uns. Der Blog Sad Desk Lunch hat es sich zur Aufgabe gemacht, unsere Mittelmäßigkeit (und das Mediokre unserer täglichen Mahlzeiten) sichtbar zu machen. Der Blog zeigt, was viele medial verschweigen: unser trauriges Mittagessen.

via saddesklunch.com

 

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